Beiträge von highheelantifa

Don‘t touch me please…

Immer wieder, wenn ich mich außerhalb von safe spaces bewege, bekomme ich mit wie selbsverständlich andere Menschen sich und mich berühren. Traurigerweise beginnt dieser Raum sogar teilweise im örtlichen autonomen Zentrum, in dem ich mich echt gerne aufhalte. Noch schlimmer wird es je weiter ich mich aus meiner filter bubble entferne.

Dabei ist der Umgang fremder Menschen mit meinen eigenen Grenzen nur ein Teil des Ganzen. So widerlich es ist im Gedränge von Typen nicht einfach nur zur Seite geschoben zu werden, sondern dabei auch noch halb umarmt oder an der Hüfte oder sonstwo angefassst zu werden, so befremdlich sind mir auch die Berührungsmuster einander vertrauter Menschen, vor allem die von hetero-Pärchen.

Als Außenstehende_r lassen sich Beweggründe und Basis solcher Berührungen sicher kaum bis gar nicht beurteilen, doch durch die Handlung im öffentlichen Raum in meiner unmittelbaren Nähe, werde ich Zeug_in und Betroffene_r ebendieser. Dabei lässt es mich nicht kalt, wenn ein Macker in der U-Bahn seine Freundin sie immer wieder küsst indem er ihr Kinn umfasst und es an sich heranzieht. Was in der Theorie und in schnulzigen Romanen vielleicht romantisch klingt, wirkt an diesen Stellen einfach nur übergriffig und gewalttätig auf mich.

Auch jenseits von so offenkundigen „Zuneigungsbekundungen“ sind viele Arten wie Typen ihre Freundinnen anfassen gekennzeichnet von Machtgefälle und Besitzansprüchen. Da liegt der Arm um ihre Schulter oder eine Hand hält den Oberarm, wie um die Welt mit dem Gesicht darauf zu stoßen: „Das ist mein Revier.“ Dabei müssen diese Gesten nicht einmal so intendiert oder wahrgenommen sein, der Eindruck, den sie bei mir hinterlassen, ist jedoch oben beschriebener.

Gegen jedes Mackertum!

Anhand meiner Erlebnisse auf einer antifaschistischen Demonstration in Frankfurt am Main werde ich hier ein paar Beobachtungen über den Umgang miteinander in der linksradikalen Szene notieren.

Das Netzwerk Frankfurter Antifaschist_innen hatte zum 28.01. zu einer Demonstration gegen Verfassungsschutz, rechten Terror und Extremismusdoktrin aufgerufen. In der Erläuterung wurde eindeutig auf die Jahrestagen der Befreiung Auschwitz durch die Rote Armee am 27.01.1945 und der Machtübernahme Hitlers am 30.01.1933 Bezug genommen und das Datum der Demo in diesen historischen Kontext gesetzt. Vor diesem Hintergrund müssen sich die Ereignisse dieses Samstages messen lassen und erscheinen noch einmal in einem problematischerem Licht als ohnehin schon.

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Ode an KRISTINA

Oh, Kristina, du hessischer Engel,
Kämpfst gegen linksextreme Bengel.
Sie verachten die FDGO,
Da werden Demokraten nicht froh.
Auch böse Islamisten greifst du an,
Egal ob aus Ägypten oder dem Iran.
Rassismus gegen Deutsche siehst du nicht gern,
Deine Weisheit ist von einem anderen Stern.
Bist sogar Doktor ohne Plagiat,
MdB und Mutter im Spagat.
Perlenohrringe stehen dir stets gut,
Auf Alice Schwarzer hast du Wut,
Bist emanzipiert von ganz alleine,
Feminist_innen brauchst du dafür keine.
Du bist die tollste Ministerin der Welt,
Hoffen wir, dass die Regierung lange hält!

Occupy shoe stores!

Die momentan aufkommende Protestbewegung die unter dem Motto „Occupy Wall Street“ in New York begonnen hat, verkennt einige zentrale Aspekte der aktuellen Krise.
Sie pflegt eine verkürzte und personalisierte Kapitalismuskritik, in der einseitig der Finanzsektor und das ominöse 1% der Bevölkerung, das angeblich für Ausbeutung und Krise verantwortlich sei, angegriffen werden.
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Skandal in Dresden – Polizei verwechselt Versammlungsrecht mit Straßenverkehrsordnung!

Durch das jahrelange Nichtstun der Stadt Dresden und eine Gedenkkultur, die viele Anknüpfungspunkte für neo-nazistischen Geschichtsrevisionismus bot, hatte sich der Sonnabend nach dem Jahrestag der Bombadierung Dresdens am 13.02.1945 zu einem der Nazi-Events in Europa entwickelt.
Jahrelang versuchten Gewerkschaften und linke Parteien durch die „Geh Denken“-Demo die bürgerlichen Parteien sowie die Dresdner_innen zum Protest gegen die immer größer werdenden Naziaufmärsche zu bewegen. Stets erfolglos. Antifaschistische Demonstrationen, die mehr als nur zuschauen wollten, waren zahlenmäßig unterlegen und polizeilichen Repressalien ausgesetzt.
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