News aus der Provinz: Frust für Radeberger Kamerad_innen

Das bekamen wir gerade von der Autonomen Antifa Radeberg:

Nach Bekanntwerden einer angemeldeten Mahnwache „Bombenterror gegen Libyen stoppen“ von Radeberger NPD-Stadtrat Simon Richter am 29. September, formte sich schnell kreativer Protest. So wurde schon gegen Mittag der gesamte Marktplatz mit Antifaplakaten dekoriert um es den stolzen Deutschen so gemütlich wie möglich zu machen. Leider fühlten sich die Faschist_innen von so viel entgegengebrachter Nächstenliebe überfordert und rissen die Plakate wenig später wieder herunter. Unglaublich enttäuscht trafen eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung die ersten Antifaschist_innen ein, welche sich von dieser Zurückweisung jedoch nicht entmutigen ließen. Schnell wurden aus dem Rathaus sämtliche Mülltonnen herausgebracht und wiederum dekorativ als Entsorgungsmöglichkeit für die verteilte braune Propaganda aufgestellt.

Ungeduldig warteten alle Anwesenden auf die Gastgeber_innen. Die sammelten sich eine halbe Stunde nach offiziellem Beginn (deutsche Pünktlichkeit!?) auf der anderen Seite des Marktplatzes, nur um kurz darauf wieder zu verschwinden und ihr mitgebrachtes Demonstrationsequipment auszutauschen. Mit neuem Transparent und reduzierter Teilnehmer_innenzahl (aus drei wurden nur noch zwei) grüßten die beiden Nazis die Anwesenden. Zielsicher steuerten die beiden genau unter das Transparent, das zuvor aus dem Büro des Oberbürgermeisters Gerhard Lemm entrollt wurde.

Um die Wohlfühlatmosphäre noch weiter zu steigern, packten die Antifas ein buntbemaltes Transpi mit der Aufschrift „No Nazis in Radeberg!“ aus. Nachdem die beiden Kamerad_innen von der NPD nach 20 Minuten immer noch anwesend waren, bekamen sie nun von ihren freundlichen Antifaschist_innen etwas Musik auf die Ohren. Die Bibliothek stellte netterweise einen Ghettoblaster sowie heitere jüdische Musik zur Verfügung, sodass dem fröhlichen Treiben nichts mehr im Wege stand.
Davon ließen sich die Nazis jedoch nicht anstecken und versuchten immerzu den Antifas auszuweichen – ohne Erfolg. Frustriert brachen die nationalen „Volkshelden“ 30 Minuten vor dem offiziellen Ende die Veranstaltung ab.

Fazit für die Nazis: Fünf verteilte Flyer (zwei an die Antifas; zwei an Passant_innen welche diese sofort in die dafür vorgesehenen Behältnisse warfen; naja, und einen an einen stadtbekannten Kameraden).

Fazit für alle Anderen: Sonne, Musik und viel Spaß – ein lustiger Nachmittag in Radeberg!

Quelle: http://aardb.blogsport.de/2011/10/01/frust-fuer-radeberger-kamerad_innen/

Von Aktionismus keine Spur: Die zwei Nazis stehen einfach nur rum.

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1 Antwort auf „News aus der Provinz: Frust für Radeberger Kamerad_innen“


  1. 1 Anna-Sarah 06. Oktober 2011 um 16:54 Uhr

    Yay, sehr gut! :-)

    Kleiner Hinweis: „Ghettoblaster“ ist offenbar nicht so der coole Begriff, wegen rassistischem Subtext (nachzulesen bei Noah Sow). Im US-Amerikanischen heißt es eh Boombox…

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